Bootskauf

Wer sich für die O-Jolle entscheidet, sollte zuerst überlegen, wieviel Geld er in die Hand nehmen möchte. Neue Boote sind aufwendig zu bauen und somit teuer. Gute und schnelle Gebrauchtboote sind hingegen oft zu einem Bruchteil des Neupreises erhältlich. Nachfolgend eine Übersicht für potenzielle Bootskäufer.

Neuboote

Eine neue O-Jolle kostet zwischen 17.000 und 27.000 Euro. Für Zubehör wie Trailer, Segel und Persennings muss man noch einmal ca. 5.000 Euro einkalkulieren, um sich voll ausgerüstet auf den Weg zur ersten Regatta zu machen zu können.

Für einen Neubau kann man sich derzeit an folgende Werften wenden
(In alphabetischer Reihenfolge):

Deutschland:
Martin Herbst http://www.herbst-bootswerft.de/

Thomas Bergner Bootsbau http://www.bergner-bootsbau.de/

Holland:
Mik BV http://www.mikpolyester.nl/

Van Eijk Jachtbouw https://www.telefoonboek.nl/bedrijven/t3372097/reeuwijk/herman-van-eijk-jachtbouw/

Gebrauchtboote

Die O-Jolle gibt es seit über 80 Jahren und somit sind viele Boote verschiedenen Alters am Markt. Sie ist stabil gebaut und kann bei entsprechender Pflege viele Jahre und Jahrzehnte gesegelt werden. Hier ist oft weniger das Alter, als der Zustand entscheidend.
Gebrauchtboote gibt es teilweise sehr günstig (wenige hundert Euro), wobei man hier aufpassen sollte, sich nicht einen hoffnungslosen Sanierungsfall nach Hause holen. Vor allem bei Holzbooten können versteckte Schäden sehr aufwendige und kostspielige Reparaturen nach sich ziehen.
Für ein neues Profilruder und ein Regattasegel sollte man, sofern nicht im Paket, jeweils ca. 1000 Euro einkalkulieren.
Auch an die Pflege sollte man denken: Je mehr Holz desto pflegeintensiver.

Zum Regattasegeln sollte auf Dinge wie verstellbare Wanten und eine hochwertige Beschlags-Ausrüstung geachtet werden. Solche konkurrenzfähigen, Boote bekommt man gebraucht ab ca. 3-4 Tausend Euro.
Für ein schönes, modernes Regattaboot sollte man ca. 10-15 Tausend Euro einkalkulieren.
Gute Boote sind gefragt und oft innerhalb kurzer Zeit verkauft.

Prinzipiell kann man bei gebrauchten O-Jollen drei Varianten unterscheiden:

Holzboote beplankt ohne verstellbare Wanten
sind eher für gemütliche Spazierfahrten geeignet. Auf Klassenregatten hat man damit kaum Chancen. Auf Oldtimerregatten kann aber auch so eine alte O-Jolle viel Freude bereiten.

Holzboote beplankt mit modernem Rigg und verstellbaren Wanten
können mit modernen Booten mithalten. Sie erfreuen sich vor allem in Österreich bei Traditionsboot-Freunden großer Beliebtheit. Man kann damit bei Oldtimerregatten sowie bei Klassenregatten an den Start gehen.

Kunststoffboote bzw. formverleimte Holzboote mit verstellbaren Wanten.
Aktuelle O-Jollen haben meist einen Kunststoffrumpf und Holzdeck. Wer es gerne pflegeleicht hat, kauft ein Boot mit Kunststoffdeck.
Formverleimte Boote haben zwar einen Holzrumpf, sind für Oldtimerregatten aber nicht zugelassen.

Hier eine Übersicht von häufig am Gebrauchtmarkt angebotenen Booten in alphabetischer Reihenfolge:

Fricke und Danhus
Rumpf: Holz
Deck: Holz

Kother
Rumpf: Holz oder Polyester
Deck: Holz
Kother-Boote sind heute vor allem bei Leichtwind konkurrenzfähig.

Linnekuhl
Rumpf: Polyester
Deck: Holz
Sehr verbreitete und erfolgreiche Rumpfform, die von anderen Werften teilweise übernommen wurde.

Martin Herbst
Rumpf: Polyester
Deck: Holz
Hat vor einigen Jahren die original Linnekuhl-Form gekauft.

Niederländer
Rumpf: Holz
Deck: Holz

Mik
Rumpf: Polyester
Deck: Polyester
Sehr robuste, günstige Boote.
Seit Mitte der 90er Jahre verwendet Mik die Linnekuhl-Rumpfform.
Ältere Boote haben einen tiefen Cockpitboden, der großgewachsenen Personen bei Manövern zu Gute kommt.

Thomas Bergner Bootsbau
Rumpf: Polyester oder Epoxy
Deck: Holz oder Polyester in moderner Optik
Zwei verschiedene Bootsformen, U50 und Ü50.
Die U50 muss aktiver und aufrechter gesegelt werden und erfordert somit mehr körperlichen Einsatz. Die Ü50 Form kann auch mit etwas mehr Schräglage gesegelt werden.
Auf Wunsch gibt es eine komplexe zentrale Wanten-Verstellung.

Van Eijk
Rumpf: Polyester oder Epoxy
Deck: Holz
Linnekuhl-Rumpfform
Bei der MKII-Version wurde der Rumpf leicht modifiziert.
Gefragte Boote, vor allem in Holland sehr verbreitet.

Vötterl
Rumpf: Holz
Deck: Holz
Formverleimte Holzboote, die auch heute noch sehr erfolgreich bei Regatten segeln.

Masten

Needlespars
Weit verbreitetes und bewährtes Mastprofil vor allem auf älteren Booten.
Eher schwer.
Blacktop, mit schwarzem Top ist er etwas weicher und somit gut für leichte Segler geeignet.

AG+
Gleiches Profil wie der Superspars

Superspars M6
Aktuell bei Neubooten meist verbauter Mast. Viele Regattasegler haben auf dieses Modell gewechselt.

Emetti
Startboot Profil, sehr steif, teuer

Yatal
Sehr weicher schweizer Mast für Leichtgewichte. Man erkennt ihn an der roten Farbe.

Segel
Ambitionierte Regattasegler kaufen jedes Jahr ein neues Segel. Das ist aber keinesfalls notwendig. Auch mit einem 3-4 Jahre alten Segel kann man vorne mitsegeln.

Segelmacher (alphabetisch):

Fritz http://www.fritz-segel.com/

Gericke http://www.gericke-segel.de/

Hagoort https://hagoortsails.nl/

Jama http://jamasails.com

König http://www.koenig-sails.de/start

North http://www.seidlsails.at/produkte/north_sails

Raudaschl http://www.raudaschl.co.at/

Segelform http://www.segelform.de/

Größere Gebrauchtbootmärkte gibt es auf den Seiten der deutschen und der Holländischen Klassenvereinigung.
http://www.o-jolle.de/?Bootsmarkt%2FSecond_Hand%26nbsp%3B
http://www.olympiajol.nl/tp-31474-2/news/aanbod#!section

Interessant für Bootskäufer ist evtl. auch die Materialkombination der ersten 10 Boote der deutschen Rangliste.
http://www.o-jolle.de/?Ranglisten___Was_fahren_die_ersten_10_der_Deutschen_Rangliste_2017_fuer_Material%3F